www.archiv-grundeinkommen.de:
Materialien zur Frage
"Arbeit - Was ist das?"
und zum Konzept des
Bedingungslosen Grundeinkommens (bGE)

Begriffsklärung

Ein Grundeinkommen ist ein

  1. allen Menschen individuell zustehendes und garantiertes,
  2. in existenzsichernder Höhe (Armut verhindernd, gesellschaftliche Teilnahme ermöglichend),
  3. ohne Bedürftigkeitsprüfung (Einkommens- / Vermögensprüfung),
  4. ohne Arbeitszwang und -verpflichtung bzw. Tätigkeitszwang und -verpflichtung

vom Staat ausgezahltes Grund-Einkommen. Weitere Einkommen sind anrechnungsfrei möglich. Alle genannten Kriterien kennzeichnen das Grundeinkommen als ein bedingungsloses. Es gibt schlicht und ergreifend keine Bedingung für den Bezug des Grundeinkommens. Dadurch unterscheidet sich ein Grundeinkommen von einer Grund- oder Mindestsicherung. Ein Grundeinkommen ist kein sozialpolitisches Projekt, welches versucht, Marktdefekte zu reparieren. Es ist ein Projekt für mehr Freiheit, Demokratie und Menschenwürde. Es weist über die bestehende Gesellschaft hinaus.

[...] Ein Bedingungsloses Grundeinkommen ist zu ergänzen durch das Recht auf Unterbrechung der Arbeit, auf kostenfreien Zugang zu öffentlichen Gütern (Mobilität, Bildung, Kultur, Gesundheitsprävention und -versorgung usw.), auf Multiaktivität inkl. der dazu notwendigen Infrastrukturen und auf Bildung, die den Bürger als Mensch und nicht nur als Arbeitsbürger zum Ziele hat. [Quelle]

Ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen finanzierbar?

"... Schlussfolgerungen:
Ein bedingungsloses Grundeinkommens in existenz- und teilhabesichernder Höhe ist nicht allein durch die Umschichtung von Sozialausgaben und den Abbau von Bürokratie zu finanzieren. Es erfordert außerdem deutliche Erhöhungen bestehender Steuern und/oder die Einführung neuer Steuern.
Welche Steuern erhöht, reformiert oder ggf. eingeführt oder rückgeführt werden sollten, hängt von den verfolgten Zielen ab. Wenn eine stärkere Umverteilung gewünscht wird, dann sollten eine höhere progressive Einkommensteuer, eine höhere Erbschaftsteuer und ggf. eine Vermögenssteuer im Zentrum der Finanzierung stehen.
Wenn der Klimaschutz ein Ziel ist, dann sollte eine CO2-Steuer eine wichtige Rolle spielen.
Wenn weder Umverteilung noch Klimaschutz Ziele sind, dann wäre eine Finanzierung über eine Konsumsteuer oder eine lineare Einkommensteuer erstrebenswert.
Unabhängig von der genauen Ausgestaltung wäre das für ein Grundeinkommen erforderliche Gesetzespaket das größte in der Geschichte der Bundesrepublik. Es müsste nicht nur die Steuergesetzgebung, sondern auch das gesamte System der sozialen Sicherung in der einen oder anderen Form geändert werden. (Gibt es hier bereits konkrete Pläne, Studien, Paragraphen, Gesetzesvorschläge? Welche Gesetze müßten wie geändert werden? Welche Jurist*innen, Professor*innen, Institute arbeiten wie konkret daran? (wr)) Da noch kein Land der Welt ein auf Dauer angelegtes Grundeinkommen in existenz- und teilhabesichernder Höhe für alle Bürger eingeführt hat, sind seine Auswirkungen schwer abzuschätzen. Um die damit verbundenen Unsicherheiten zu verringern, sollte ein Grundeinkommen nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise eingeführt werden. ..." [Quelle]

"... Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre? ..."

"... Substitutives versus additives Grundeinkommen. ..."

"... Das Grundeinkommen wird oft missverstanden. Es ist kein zusätzliches, sondern ein grundsätzliches Geld. ..." [Quelle]

"... Jede Erwerbsarbeitsstunde vergrößert in einer BGE-Gesellschaft das individuell zur Verfügung stehende Einkommen.
Es besteht nach wie vor ein finanzieller Anreiz erwerbszuarbeiten, falls individuell ein hoher Konsum gewünscht wird. ..."

"... Das Label 'Bedingungsloses Grundeinkommen' ist schlecht gewählt.
'Negative Einkommensteuer' finde ich rationaler und leichter zu argumentieren. ..." [Quelle]

"... Was der Verbrauchsteuer heute tatsächlich fehlt, ist eine soziale Komponente, die progressiv wirkt. Damit sie progressiv wirkt, braucht sie einen Steuerfreibetrag: Das bedingungslose Grundeinkommen. ..."

"Universal Basic Income is capitalism where income doesn't start at zero." - Karl Widerquist

Begriffe im Umfeld

200 HTML-Materialien des BGE-Archives (ohne pdf)

  1. 2000: Hans-Peter Krebs und Harald Rein (Hrsg.): Existenzgeld

    Inhaltsverzeichnis
  2. 1997: Definition aus „Der Brockhaus in fünfzehn Bänden“: Arbeit

  3. 1994: Ulrike Kress: NES

300 PDFs zum bGE (1798 - 2019)

  1. : GBS St. Gallen:

    Robin Schläpfer, Maurin Zingg, Jean-Loup Letourneau: Bedingungsloses Grundeinkommen (56 S.)

    Einfluss der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Schweizer Gesellschaft
  2. : Deutscher Bundestag:

    Petitionsausschuss: '... Sehr geehrter Herr N., (5 S.)

    der Deutsche Bundestag hat Ihre Petition beraten und am 09.12.2012 beschlossen: Das Petitionsverfahren abzuschließen. ...'
  3. :

    Wolfgang Heimann: Einkommen- vs. Konsumsteuer (16 S.)

    Eine steuerliche Lockerungsübung in Richtung bedingungsloses Grundeinkommen
  4. : Das Goetheanum:

    Kovce: Die neue Schweiz (2 S.)

    Am 19. März 2011 fand im traditionsreichen Kongresshaus Zürich eine mit 600 Teilnehmern restlos ausgebuchte Grundeinkommenskonferenz statt. Unter dem Motto ‹Die neue Schweiz› diskutierten Prominente aus Politik, Wirtschaft,Wissenschaft und Kunst die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, besonders als schweizerische Perspektive. Philip Kovce war in Zürich dabei und berichtet.
  5. : Öst. Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt - B.I.E.N - Austria:

    Newsletter (5 S.)

  6. :

    Erfahrungen mit Grundeinkommen (2 S.)

    '... In meinem Leben hatte ich schon mehrfach verschiedene Erfahrung mit unterschiedlichen Formen eines Grundeinkommen gemacht, sowie auf dem Arbeitsmarkt. Angefangen hat das Ganze, als ich 18 Jahre alt wurde und eine 6-stellige DM-Summe in meine Verfügungsgewalt überging. ...'
  7. : Frankfurter Rundschau:

    "Die notwendigen Sozialleistungen dürfen die Aufnahme von Arbeit nicht unattraktiv machen." (2 S.)

    Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble im Interview mit der Frankfurter Rundschau
    '... Dieses Land gibt einschließlich der Sozialversicherungen etwa eine Billion Euro Sozialleistungen im Jahr aus. Das sind im Durchschnitt 12.500 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Da muss man schon die Frage stellen, ob wir die Effizienz unserer Sozialleistungen nicht verbessern können. ...'
  8. : Frankfurter Rundschau:

    "Die notwendigen Sozialleistungen dürfen die Aufnahme von Arbeit nicht unattraktiv machen." (2 S.)

    Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble im Interview mit der Frankfurter Rundschau
    '... Dieses Land gibt einschließlich der Sozialversicherungen etwa eine Billion Euro Sozialleistungen im Jahr aus. Das sind im Durchschnitt 12.500 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Da muss man schon die Frage stellen, ob wir die Effizienz unserer Sozialleistungen nicht verbessern können. ...'
  9. :

    Josef Bordat: Das bedingungslose Grundeinkommen und die Kultur der Beschäftigung. (20 S.)

    Historische und systematische Überlegungen zum Verhältnis von Arbeit und Leben
    Abstrakt
    Ausgehend von den politischen und anthropologischen Vorstellungen der Antike (Platon, Aristoteles) und den Konsequenz der liberalistischen Wirtschaftstheorie für die Arbeitswelt (Locke, Smith) werden alternative Ansätze für eine gerechtere Verteilung der Arbeit im Utopismus (Morus, Campanella, Skinner) sowie daraus resultierende sozialphilosophische Modelle für eine Neudefinition der Arbeit im Sinne komplexer Beschäftigungsformen und einer Entkopplung vom Erwerb behandelt (Gorz, Taureck).
  10. : Bundesagentur für Arbeit:

    Antwort Kundenreaktionsmanagement: Ihr Antrag auf bedingungsloses Grundeinkommen (1 S.)

    '... Die BA bittet alle Bürgerinnen und Bürger davon abzusehen, Anträge nach Nürnberg zu senden. Diese Anträge entbehren jeder Grundlage. ...'
  11. : Universität Hamburg:

    Sören Kiel: State Bonus und Social Credit (122 S.)

    Zwei frühe Grundeinkommensvorschläge in diskurstheoretischer Perspektive
  12. :

    Arbeit neu begreifen (52 S.)

    Sozialpolitisches Grundlagenpapier des Kolpingwerkes Deutschland
  13. : BIEN - Basic Income Earth Network:

    Newsflash 53 (13 S.)

  14. :

    Götz Werner, Ludwig Paul Häußner, André Presse: Wohlstand für alle durch Einkommen für alle? (6 S.)

    '... Preisniveauneutraler Effekt einer Mehrwertsteuererhöhung bei gleichzeitiger Senkung des Nettopreises wegen des Sinkens bestimmter Steuern/Abgaben ...'
  15. : Initiative Grundeinkommen Ulm:

    BGE-Flyer (2 S.)

  16. : BGE-Flyer:
  17. : Herder:

    Michael Schramm: Trampolin, kein Sofa (5 S.)

    Ein „Solidarisches Bürgergeld“ ist das Gebot der Stunde
  18. :

    Das Solidarische Bürgergeld – Analysen einer Reformidee (150 S.)

    Herausgegeben von Michael Borchard im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung
    Mit Beiträgen von Dieter Althaus, Michael Opielka, Wolfgang Strengmann-Kuhn, Alexander Spermann, Joachim Fetzer, Michael Schramm und Matthias Schäfer
  19. :

    Stephan Kundinger / Theophil Wonneberger: Das Grundeinkommen: Droge oder Lebensmittel? (4 S.)

    Während sich erste Ministerpräsidenten der CDU für ein Grundeinkommen erwärmen, wettert der Spitzenkandidat der Berliner Humanwirtschaftspartei Johannes Heinrichs dagegen und bezeichnet das Konzept als »Pseudo-Utopie«.
  20. : Berlin:

    „Rettet den Reichtum“ (1 S.)

    In den Veranstaltungen geht es um die Geschichte des „Arbeitszwangs“ von den ersten Arbeitshäusern über Notstandsarbeit, Arbeitsdienst, Zwangsarbeit bis zum aktuellen Ein–Euro-Job.
  21. :

    Katrin Mohr: Grundeinkommen als Grundlage sozialer Inklusion (4 S.)

    Der Text stellt die ausgearbeitete Version ihres Vortrags im Workshop „Grundeinkommen und soziale Inklusion“ auf der Konferenz „Grundeinkommen. In Freiheit tätig sein“ am 7.-9. Oktober 2005 in Wien dar.
  22. : Frankfurter Rundschau:

    "Wir können den Menschen von der Arbeit befreien" (2 S.)

    Der Chef der Drogeriemarktkette DM, Götz Werner, über Lohnnebenkosten, Arbeitslosigkeit, Einkommensteuer und seine Vision von einer Gesellschaft, die nicht mehr die Erwerbstätigkeit in den Mittelpunkt stellt
  23. :

    Katja Kipping, Michael Opielka, Bodo Ramelow: „Sind wir hier bei ‚Wünsch dir was?’“ (4 S.)

    Thesen für einen neuen Sozialstaat. Sozialpolitischer Realismus statt Markt- und Staatsideologie. Thinkful wishing statt wishful thinking!
  24. : Frankfurter Rundschau:

    Eine Gefahr für die Demokratie (2 S.)

    Keine Reform geht tief genug - notwendig wäre die Umgestaltung des Sozialstaats jenseits der Erwerbsarbeit
  25. :

    Dirk Hauer: Ohne Wenn und Aber (2 S.)

    Teile von Attac präsentieren das bedingungslose Grundeinkommen als "Richtungsforderung"
  26. : Grüne:
    1. : Die Zeit:

      Thea Dückert: Eine Grundsicherung für die Kinder (2 S.)

      Statt mit einem Wirrwarr von Maßnahmen die Familien zu fördern, sollte der Staat den Eltern pro Kind 300 Euro zahlen. Bedingungslos
  27. : Alemantschen. Materialien für radikale Ökologie:

    Klaus-Uwe Gerhardt / Arnd Weber: Garantiertes Mindesteinkommen (31 S.)

    Aus der Gruppe junger Wirtschaftswissenschaftler am Lehrstuhl von Prof. Dr. Bertram Schefold an der Universität Frankfurt/Main entstanden Anfang der 1980er die „Alemantschen“. Es ist eine Wortschöpfung aus Alemannen und Comanche, die aus der ostkalifornischen Wüste entstammen und den Vormarsch der Spanier stoppten. Die Alemantschen trugen, statt daran zu verzweifeln, zahlreiche Fakten über das gescheiterte keynesianische Projekt, die Rolle der Jugend und den Weltkrieg gegen die Umwelt zusammen und entwarfen Alternativen. U. a. waren dabei: Georg Beck, Jürgen Bonn, Klaus-Uwe Gerhardt, Carlo Jaeger, Klaus Keding, Ruedi Lüscher (†), Gudrun Reinhardt, Markus Rohner, Meinrad Rohner-Wigand, Vreni Schwarzenegger, Arnd Weber, Hannelore Wegener, Susanne Wegener, Gisela Weise, Cornelia Wicht, Margot Wigand und Karin Wittstock (kommentiert von KUG am 31.03.2007).